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"Milchzähne sind wertvoll!" Zahnpflege-Beratungswoche 2010

 

Magdeburg. Sie wachsen zwar nach, aber nur ein einziges Mal – die Zähne der Kinder. Weil schon die ersten wichtig für die Zahngesundheit im weiteren Leben sind, wollen die Zahnärzte Sachsen-Anhalts in diesem Frühjahr eine Lanze für die oft verkannten Milchzähne brechen.
Die gemeinsame Beratungswoche von Zahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Vereinigung steht vom 19. bis 23. April 2010 unter dem Motto „Milchzähne sind wertvoll!“.
Denn Grund zur Sorge um die 20 Zähnchen, die die Kinder in ihren ersten Lebensjahren begleiten, gibt es in Sachsen-Anhalt: Landesweit ist der durchschnittliche Wert, der Auskunft über kariöse, gefüllte und wegen Karies ausgefallene Milchzähne gibt (dmf-t-Wert), bei den Sechsjährigen mit 2,91 so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Und fast jeder zweite Zahn, der von Karies befallen ist, bleibt unsaniert. „Milchzähne sind wertvoll!“ lautet daher die Botschaft, die die Zahnärzte den Eltern, Großeltern und Verwandten der Jüngsten vermitteln wollen. „In der Beratungswoche wird in vielen Zahnarztpraxen des Landes die Aufmerksamkeit verstärkt auf die Zahngesundheit von Kindern gelenkt und bei den Erwachsenen um mehr Verständnis dafür geworben“, sagt Dr. Dirk Wagner von der Zahnärztekammer. Und Dr. Eckart Bohley, KZV Sachsen-Anhalt ergänzt:
„Wir Zahnärzte kennen die weit verbreitete Ansicht, dass die Gesunderhaltung der Milchzähne nicht so wichtig sei, da sie ja ohnehin bald wieder ausfallen. Doch das ist ein Irrtum.“ Denn strahlend weiße, gesunde Milchzähne machen nicht nur jedes Kinderlachen schöner, sondern erfüllen auch wichtige Aufgaben für die positive Entwicklung der Kleinen in den ersten Lebensjahren. Sie sorgen dafür, dass eine vollwertige, vitamin- und mineralienreiche Nahrung aufgenommen und gut zerkaut werden kann. Zugleich sind sie unentbehrlich, damit das Kind lernt, Laute zu bilden und sich mit deutlich artikulierten Worten seiner Umwelt verständlich zu machen. Außerdem bereiten Milchzähne den bleibenden Zähnen den Platz, und je gesünder die ersten sind, desto bessere Chancen für ein langes Leben haben die zweiten.
Beide – die Milch- und auch einige bleibende Zähne – werden übrigens bereits im Mutterleib angelegt. Die bei der Geburt schon mit Zahnkronen voll ausgebildeten Milchschneidezähne brechen im Alter von sechs bis acht Monaten durch, zum ersten Geburtstag des Kindes sind in der Regel alle oberen und unteren Schneidezähne ausgebildet, im vierten Lebensjahr ist das Milchzahngebiss dann komplett.
Diese 20 kleinen Zähne gesund zu erhalten, liegt vor allem in der Verantwortung der Eltern.
Ab dem ersten Zähnchen sollte mit fluoridhaltiger Zahnpaste geputzt werden, ein erster Zahnarztbesuch nach dem ersten Geburtstag des Kindes erfolgen, wenn noch gar keine Behandlung nötig ist. „Milchzähne sind besonders anfällig für Karies, weil ihr Schmelz sehr weich ist. Darum sollten sie täglich gründlich geputzt werden“, raten Dr. Wagner und Dr. Bohley.
Außer dem Zähneputzen spiele die Ernährung eine wichtige Rolle für die Gesunderhaltung der Milchzähne. Nuckelflaschen gehören nicht zum Dauergebrauch in die Hände der Kinder, und sie sollten schon gar nicht mit süßen oder säurehaltigen Getränken gefüllt sein.
Trink- und Mineralwasser sind auch für Kleinkinder gesündere Durstlöscher als Säfte oder gesüßter Tee. Zur Stärkung des Zahnschmelzes empfiehlt sich ausreichend Fluorid. Und die Zähne brauchen etwas zum Beißen – Vollkornbrot, Äpfel und Mohrrüben beispielsweise statt zuviel Kuchen und Pudding.
Eine Zahnpflegeberatungswoche im Frühjahr führen die Zahnärztekammer und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt bereits zum sechsten Mal durch. Im vergangenen Jahr hatten die Zahnärzte des Landes die Aufmerksamkeit ihrer Patienten besonders auf die Parodontitisvorsorge gelenkt, da neben Karies bei den Milchzähnen Erkrankungen des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates bei den „Zweiten“ wichtig für ein möglichst langes Leben ohne „Dritte“ ist.

 

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