Das menschliche Gebiß:

Die Gebißentwicklung beim Menschen:
Die Durchbruchzeiten der Milchzähne:
06.-12. Lebensmonat Schneidezähne
12.-16 Lebensmonat erste Mahlzähne
16.-20 Lebensmonat Eckzähne
20.-30 Lebensmonat zweite Mahlzähne
Im Gegensatz zu vielen anderen Säugetieren bekommt der Mensch in seinem Leben nur zweimal Zähne, sogenannte Dentitionen. Das bei der Geburt in aller Regel zahnlose Kind besitzt nach einer Entwicklungszeit von ca. 2 Jahren insgesamt 20 Milchzähne.
Der erste Milchzahn (meist der untere mittlere Schneidezahn) tritt um den 6. Lebensmonat herum durch.
Das Milchgebiß besteht pro Kieferhälfte aus zwei Schneidezähnen, einem Eckzahn und zwei Mahlzähnen (Molaren).
Um das 6. Lebensjahr beginnt der Durchbruch der bleibenden Zähne. Zunächst tritt hinter den letzten Milchmolaren der sogenannte 'Sechsjahrmolar' durch. Dies geschieht sehr häufig unbemerkt, da für diesen ersten bleibenden Zahn kein Milchzahn ersetzt wird.
Die zweite Zahnung erstreckt sich - abgesehen von den Weisheitszähen, die nicht vor dem 16. Lebensjahr durchtreten - über etwa 8 Jahre (sogenanntes Wechselgebiß). Ist der Durchtritt der bleibenden Zähne vollständig abgeschlossen, besteht das bleibende Gebiß pro Kieferhälfte aus zwei Schneidezähnen, einem Eckzahn, zwei kleinen Backenzähnen (Prämolaren) und drei Mahlzähnen (Molaren) (Abb.3). Allerdings treten nur ca. 25 Prozent der 3. Molaren (Weisheitszähne) regulär durch, während die restlichen 75 Prozent entweder fehlen oder unregelmäßig im Kiefer liegen.
Aufbau der Zähne
Die Zähne bestehen aus dem in der Mundhöhle sichtbaren Anteil, der Zahnkrone und einem nicht sichtbaren Anteil, der die Zähne im Kieferknochen verankert, der Zahnwurzel. Die Zahnwurzel macht ungefähr zwei Drittel der gesamten Zahnlänge aus. Schneidezähne, Eckzähne, die Prämolaren im Unterkiefer sowie die hinteren Prämolaren im Oberkiefer besitzen nur eine Wurzel. Der vordere Prämolar des Oberkiefers und der erste und zweite Molar des Unterkiefers haben jeweils zwei Zahnwurzeln, während die ersten und zweiten Molaren des Oberkiefers drei Wurzeln aufweisen. Die Weisheitszähne besitzen häufig unregelmäßige Wurzelformen (Krümmungen, Haken etc.).
Zahnschmelz, Dentin und Pulpa
Der Zahnschmelz ist das härteste Gewebe des menschlichen Körpers und überzieht die Zahnkronen wie eine Schutzschicht.
Der Schmelz besteht aus mineralischen Kristallstrukturen (Prismen), in die Kalzium, Phosphat und Fluoride eingelagert sind. Im Bereich des Zahnhalses läuft die Schmelzschicht dünn aus, während sie an den Schneidekanten und Höckerspitzen am dicksten ist. Zahnkrone und Zahnwurzel bestehen größtenteils aus dem Zahnbein (Dentin).
Das Dentin ist wesentlich weicher als der Schmelz und wird von vielen kleinen Kanälchen mit Zellfortsätzen durchzogen. Über diese Fortsätze werden Reize (heiß, kalt, süß etc.) an das Zahninnere (Zahnmark oder Pulpa) weitergeleitet, was dazu führt, daß freiliegendes Dentin sehr empfindlich auf jeden Reiz reagieren kann. Dentin kann im Gegensatz zum Schmelz zeitlebens von bestimmten Zellen im Zahninneren nachgebildet werden.
Die Wurzeln der Zähne sind vom Zahnhals bis zur Wurzelspitze mit einer dünnen knochenharten Schicht - dem Wurzelzement - überzogen. Am Zement setzen die Fasern an, die den Zahn im Kieferknochen verankern. Daher wird das Wurzelzement auch dem Zahnhalteapparat zugerechnet.
Das Zahnmark (Pulpa, umgangssprachlich auch 'Zahnnerv' genannt), das den Innenraum des Zahnes ausfüllt, dient mit seinen Blutgefäßen u.a. der Ernährung des Zahnes. Außerdem enthält die Pulpa Nervenfasern. Bei entsprechender Reizung dieser Nerven kann es zu Zahnschmerzen kommen.
Zahnwurzeln und Zahnhalteapparat
Die Zahnwurzeln sind im Ober- und Unterkiefer in Zahnfächern (Alveolen) verankert.
Während einwurzlige Zähne nur ein einfaches Zahnfach benötigen, haben mehrwurzlige Zähne gefächerte Alveolen.
Die Wurzelhaut (Desmodont) besteht aus Bindegewebsfasern, die zwischen dem Wurzelzement und der Innenwand des Zahnfaches verlaufen und damit den Zahn elastisch in seiner Alveole verankern. Diese elastische Verankerung gewährleistet, daß die Zähne beim Kauvorgang erheblichen Druckbelastungen standhalten können.
Das Desmodont ist gleichzeitig ein Bestandteil des Zahnhalteapparates (Parodont), zu dem des weiteren das Wurzelzement (s.o.), das knöcherne Zahnfach (Alveole) und das Zahnfleisch (Gingiva) gehören. Die Mundschleimhaut und das Zahnfleisch kleiden die Mundhöhle nach innen hin aus.
Ober- und Unterkiefer
Der Oberkiefer ist mit dem Gesichtsschädel fest verwachsen. Die beiden Kiefergelenke, deren Gelenkköpfe in der Ruheposition in einer vom Knochen des Schläfenbeins gebildeten Gelenkgrube liegen, sind dagegen ein Teil des Unterkiefers.
Die Kiefergelenke sind im Körper einmalige Gelenke. Sie können sich zum einen innerhalb ihrer Gelenkgrube drehen. Andererseits können sie aber auch bis zu einem bestimmten Grad aus der Gelenkgrube herausgleiten.
Die sowohl am Unterkiefer als auch größtenteils am Schädel ansetzende Kaumuskulatur ermöglicht die Bewegungen des Unterkiefers z.B. beim Sprechen und Kauen.