Prophylaxe ist nicht auf eine Altersgruppe beschränkt. Von der Wiege bis ins hohe Alter ist die Zahgesundheitsvorsorge sinnvoll und wichtig.
Vor und nach der Geburt des Kindes
Tipp: Wenn Sie in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten brechen müssen, ist neben einer guten Mundhygiene die Verwendung einer fluoridhaltigen Mundspüllösung zur Remineralisation des säuregeschädigten Zahnschmelzes empfehlenswert. In dieser Zeit sollten säurehaltige Getränke und Nahrungsmittel vermieden werden.
Ein in Sachsen-Anhalt entwickeltes Einlegeblatt für den Mutterpaß soll an den Zahnarztbesuch erinnern. Fragen Sie in der Schwangerenberatung danach!
Was können Sie tun?
Schon während der Schwangerschaft kann die werdende Mutter viel für die bestmögliche Entwicklung der Zähne ihres ungeborenen Kindes tun. Wenn sie sich mit einer ausgewogenen Mischkost aus reichlich Obst, Gemüse, Brot, hochwertigem Eiweiß aus Fleisch, Fisch, Milch und Milchprodukten ernährt, ist sie selbst ausreichend mit Nährstoffen versorgt und kann gleichzeitig die notwendigen Nährstoffe für ihr Kind bereithalten.
Die werdende und stillende Mutter sollte auf ausreichende Versorgung mit dem Spurenstoff Fluorid achten. Das kommt ihren eigenen Zähnen zugute und schafft günstige Voraussetzungen für die Entwicklung der Zähne des Ungeborenen bzw. des Säuglings. Wichtige Fluoridquellen sind Speisesalz mit Jod und Fluorid oder fluoridreiches Mineralwasser.
Informieren Sie Ihren Zahnarzt, wenn vermehrt Zahnfleischbluten auftritt! Er wird Sie über entsprechende Möglichkeiten der Mundhygiene informieren.
Was kann Ihr Zahnarzt tun?
Der Zahnarzt bietet eine umfassende Beratung an. Er erklärt die Entstehung von Karies und Zahnbetterkrankungen, gibt Tipps zur Mundhygiene und Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft und Hinweise für erste Mundhygienemaßnahmen beim Kleinkind.
Für Frauen, die Probleme mit den Zähnen haben, ist es unter Umständen sinnvoll, vor einer Schwangerschaft das Gebiß gründlich sanieren zu lassen.
Gegebenenfalls ist es bei der werdenden Mutter notwendig, einen Speicheltest durchzuführen, um festzustellen, welche Arten von Bakterien in welcher Menge in der Mundhöhle vorhanden sind. Denn Kariesbakterien können nach der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden, z. B. per Schnuller oder Löffel beim Probetrinken aus der Flasche bzw. bei der Wärmekontrolle des Breies.
Einlegeblatt für den Mutterpass
Während der Schwangerschaft braucht jede Frau eine besondere medizinische Betreuung, um eine optimale Entwicklung des Kindes, aber auch das Wohlergehen der künftigen Mutter zu sichern. Ein Mutterpass führt die Schwangere zu den angebotenen und notwenigen Vorsorgeuntersuchungen und Betreuungsmaßnahmen.
Bisher fehlt in diesem Pass leider der Hinweis auf einen Zahnarztbesuch. Den aber sollte keine Schwangere verpassen. Denn vor allem die Hormonumstellung während der Schwangerschaft wirkt sich auch auf die Zahn- und Mundgesundheit aus. "Jedes Kind kostet der Mutter einen Zahn", so hieß es früher. Längst weiß man, dass das nicht sein muss. Der Kontrollbesuch beim Zahnarzt hilft, mögliche Veränderungen der Mundschleimhaut und des Zahnhalteapparates rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Aber auch im Hinblick auf die Zahngesundheit des Kindes ist der Zahnarztbesuch wichtig: Im Beratungsgespräch erhält die Schwangere wichtige Hinweise für die Zahngesundheit des Neugeborenen und Kleinkindes und für das richtige Verhalten im Umgang mit ihm.
Schließlich geht es auch darum, die Zähne der Mutter von eventuellen Krankheiten zu befreien und so dafür Vorsorge zu tragen, dass nicht Karieskeime sich von der Mutter auf das Kind übertragen.
Ein in Sachsen-Anhalt entwickeltes Einlegeblatt für den Mutterpass soll an den Zahnarztbesuch erinnern. Fragen Sie in der Schwangerenberatung danach!
Suchen Sie in dieser für Sie und Ihr Kind so wichtigen Zeit den Zahnarzt Ihres Vertrauens auf!
Säugling und Kleinkind
Wenn Kinder etwa 6 Monate alt sind, erscheinen meist auch die ersten Milchzähne. Die Erwachsenen haben es in der Hand, daß diese Zähnchen gesund bleiben, bis die bleibenden Zähne durchbrechen.
Was können Sie tun?
Muttermilch ist nach wie vor die beste Säuglingsnahrung Flaschennährmittel sind zum Teil sehr süß. Oft wird damit der Grund zu späterer Zuckerüberfütterung gelegt, woraus eine erhöhte Bereitschaft zu Fettsucht oder Zuckerkrankheit ausgelöst werden kann.
Die Nuckelflasche sollte möglichst schnell wieder abgesetzt werden, da bei Dauernuckeln nicht nur Schäden an den Milchzähnen, sondern auch Fehlstellungen des Kiefers drohen.
Vom 4. bis 7. Lebensmonat an ist zunehmend eine nichtsüße Zusatzernährung empfehlenswert: Karotten- und Kartoffelpüree, Gemüsebrei, Fleisch, Eigelb, Getreide-Milch-Breie etc. Kleine Kinder werden so "weg vom Süßen" geführt.
Bietet man Kindern zu den Haupt- und Zwischenmahlzeiten vielseitige, möglichst nicht süße Kost an, so gewöhnen sie sich an gesunde Ernährung.
Sobald die Milchzähne da sind, müssen sie gereinigt werden. Dafür bieten sich Wattestäbchen oder Mulläpchen an. Neuesten Erkenntnissen zufolge ist es empfehlenswert, bereits vom ersten Milchzahn an fluoridhaltige Kinderzahnpasten zu verwenden. Daduch wird der Schutz vor Karies beträchtlich erhöht. Anfangs einmal täglich, ab dem zweiten Lebensjahr dann zweimal täglich. Dabei sollte stets nur eine kleine (erbsengroße) Menge Kinderzahnpasta verwendet werden.
Was kann Ihr Zahnarzt tun?
Der Zahnarzt begleitet zunächst die Phase des "Zahnens", kontrolliert die Zahnentwicklung und eventuelle Schluckbeschwerden und erklärt die Reinigung der Milchzähne. Wenn die ersten Milchbackenzähne des Kindes durchgebrochen sind, werden die Eltern über den Gebrauch einer Kinderzahnbürste und über die Notwendigkeit des Nachspülens informiert.
Seit dem 1. Juli 1999 sind für die gesetzlich versicherten kleinen Patienten Früherkennungsuntersuchungen (FU) eingeführt worden;
FU 1: 30. - 42. Lebensmonat
FU 2: 49. - 72. Lebensmonat
FU 3: bei erhöhtem Kariesrisiko: im 6. Lebensjahr
Kindergarten und Schule
Beim 2 -3jährigen Kind brechen die Milcheckzähne und Milchmolaren durch. Mit diesen Zähnen erreichen die Kinder jetzt ihre volle Kaufähigkeit. Diese Zähne müssen bis zum Zahnwechsel erhalten werden, denn ein vorzeitiger Milchzahnverlust infolge kariöser Zerstörung führt zu Engständen oder Verlagerungen der bleibenden Zähne.
Seit einem Jahr gibt es in Sachsen-Anhalt den Zahngesundheitspass für Kinder. Er soll die Jungen und Mädchen vom ersten bis zum zwölften Lebensjahr begleiten und ihnen (bzw. ihren Eltern) ein guter Ratgeber, aber auch eine Gedächtnisstütze für alle Belange der Zahn- und Mundgesundheit sein.
Was können Sie tun?
Kinder sollten so früh wie möglich mit der Zahnreinigung beginnen. Wenn die Eltern nach dem Essen ihre Zähne reinigen, werden die Kinder im Spieltrieb folgen und ihre Zähne auch reinigen wollen - oder es zumindest versuchen. Gerade am Anfang sollten die Eltern den Kindern dabei die richtige Putztechnik genau demonstrieren und gegebenfalls nachhelfen, um den "Schlendrian" gar nicht erst einreißen zu lassen. Mindestens bis zum Schulalter ist es empfehlenswert, die Zähne des Kindes nachzuputzen.
Eltern von Kindern bis etwa zum 6. Lebensjahr sollten auf Zahnpasten achten, die ein mildes Aroma haben. Kinderzahnpasten mit Fruchtaroma allerdings verleiten zum Verschlucken. Kinderzahnpasten enthalten weniger Fluoridwirkstoff.
Fluoridhaltige Zahnpasten bieten neuesten Erkenntnissen zufolge bereits ab dem ersten Milchzahn guten Kariesschutz. Dabei soll zuerst einmal täglich, ab dem zweiten Lebensjahr zweimal täglich geputz werden. Zum Putzen sollte stets nur eine kleine Pastenmenge - eine höchstens erbsengroße Portion - benutzt werden.
Eine Untersuchung in Schweden bei 3- bis 7jährigen Kindern hat gezeigt, daß die Schutzwirkung noch erhöht wird, wenn der Zahnpastaschaum nur ausgespuckt und mit einer sehr geringen Wassermenge nachgespült wird. Das Ausspucken ist wichtig. Das Spülen mit viel Wasser verkürzt nur die Einwirkzeit des Fluorids auf die Zähne.
Was kann Ihr Zahnarzt tun?
Die Gruppenprophylaxe wird am besten ergänzt durch eine Individualprophylaxe beim Zahnarzt. Etwa im 6. und 12. Lebensjahr erfolgt der Durchbruch der ersten und zweiten großen Backenzähne. Ihre Kauflächen können nach dem Zahndurchbruch versiegelt werden. Die Fissurenversiegelung ist eine anerkannte Methode zur Kariesprophylaxe. Auch eine Versiegelung der kleinen Backenzähne kann sinnvoll sein.
Darüber hinaus erfolgt in der Zahnarztpraxis die Anwendung weiterer individualprophylaktischer Maßnahmen, die individuell auf das Kind abgestellt sind:
Bitte erkundigen Sie sich bei ihrem Zahnarzt!
Zahngesundheitspässe für Kinder in Sachsen-Anhalt
Seit dem Jahr 2000 gibt es in Sachsen-Anhalt den Zahngesundheitspass für Kinder. Anfangs für zwölf Jahre gültig, ist er jetzt geteilt worden.
Der erste Pass soll vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr, der zweite von der ersten bis zur sechsten Klasse die Jungen und Mädchen begleiten und ihnen (bzw. ihren Eltern) ein guter Ratgeber, aber auch eine Gedächtnisstütze für alle Belange der Zahn- und Mundgesundheit sein.
Die Pässe - jeweils ein Heft im praktischen Oktavformat - enthalten passend zu jedem Lebensjahr wichtige Hinweise zur Entwicklung der Zähne.
Der Pass sollte bei jedem Zahnarztbesuch, aber auch bei den Reihenuntersuchungen in Kindergärten und Schulen vorgelegt werden. So wird gesichert, dass jedes Kind die ausreichende Fluoridmenge zur Zahnschmelzhärtung erhält.In den ersten beiden Lebensjahren kann der Kinderarzt, später dann der Zahnarzt in speziell vorgesehenen Tabellen die Prophylaxemaßnahmen vermerken, die vorgenommen oder dem Kind verordnet worden sind. So wird auch eine Überdosierung des Fluorides vermieden.
Die Zahngesundheitspässe werden in den Geburtskliniken des Landes zusammen mit dem Kinderuntersuchungsheft und bei den Schuleingangsuntersuchungen kostenlos ausgeteilt. Der Pass kann aber auch bei der Zahnärztekammer bestellt werden.
Zahnschonende Süßigkeiten
Eine Cola oder Limo als schneller Durstlöscher muß schon mal drin sein. Das ist auch kein Problem, wenn die Mundhygiene stimmt. Denn die ist gerade bei solchen zuckerhaltigen Getränken besonders wichtig. Wer hier Zähneputzen für "uncool" hält, muß das unter Umständen mit Karies oder Zahnfleischproblemen bezahlen. Dann doch lieber ab und an mal zur Zahnbürste greifen.
Für Schleckermäuler, die auf Süßes nicht verzichten wollen, gibt es zahnschonende Süßigkeiten. Die sind leicht am Zahnmännchen zu erkennen.
--> www.zahnmaennchen.de
Eine "ausgewogene Ernährung" hört sich auch nicht nach "Fun 'n action" an, ist aber trotzdem besonders wichtig, wenn sich der örper noch im Wachstum befindet. Vorsicht: Zuviel Cola und Limo können Zähne und Knochenbau schädigen. Schuld daran ist die in diesen Getränken enthaltene Phosphorsäure, die den Zahnschmelz angreift, aber auch zu Knochenschwund führen kann.
Mindestens zweimal im Jahr solltest Du schon zum Zahnarzt gehen, um Zähne und Zahnfleisch kontrollieren zu lassen. Der Zahnarzt kann feststellen, ob Karies vorliegt, ob sich das Zahnfleisch verändert und ob – falls die Zähne zu eng stehen – eine kieferorthopädische Behandlung notwendig ist.
Zur Zahnvorsorge sind Fissurenversiegelung, professionelle Zahnreinigung oder Fluoridierung mit Lacken oder Gels sinnvoll. Außerdem können keimzahlreduzierende Maßnahmen (z.B. Spüllösungen) und spezielle Maßnahmen zur Mundhygiene (z.B. Reinigung der Zahnzwischenräume) angewandt werden.
Erwachsene
Beim erwachsenen Menschen steht nicht nur die Kariesvorbeugung im Mittelpunkt der zahnärztlichen Behandlung, sondern auch Probleme mit Zahnfleisch- und Zahnbetterkrankungen, Mundschleimhautveränderungen und funktionelle Störungen wie Zähnepressen oder -knirschen.
Was können Sie tun?
Die Eigenverantwortung zur Mundgesundheit spielt bei Erwachsenen die entscheidende Rolle. Zur Vorbeugung gegen Zahn- und Zahnfleischerkrankungen stehen effektive Möglichkeiten zur Verfügung, die in Eigenregie wahrgenommen werden können. Dazu zählen:
Was kann Ihr Zahnarzt tun?
Blutet es beim Zähnebürsten, auch wenn man die Zahnreinigung eine Woche lang gründlich durchgeführt hat?
Gibt es versteckten, unter dem Zahnfleisch liegenden, von Blutfarbstoffen dunkel verfärbten Zahnstein?
Ist Mundgeruch nicht wegzubringen?
Das sind Anzeichen, die rechtzeitig beachtet werden müssen, damit der Zahnarzt Zahnbett- und Zahnfleischentzündungen im Frühstadium stoppen kann.
Darüber hinaus bietet Ihr Zahnarzt eine Reihe zusätzlicher sinnvoller Leistungen an. Hierzu gehören unter anderem
Ihr Zahnarzt berät Sie gerne!