Coronavirus - Empfehlungen zum Umgang mit dem Corona-Virus (COVID 19)

Liebe Zahnärztinnen und Zahnärzte,

die derzeitige Situation lässt viele Zahnarztpraxen an Grenzen stoßen. In den Zahnarztpraxen wird durch Mangel an Schutzausrüstungen am Rande des hygienisch Machbaren behandelt. Trotz aller widriger Umstände verlangt die Gesetzeslage, dass die zahnärztliche Gesundheitsversorgung gesichert wird. Dass Sie diese Aufgabe als Heilberufler verantwortlich nicht nur in diesen schwierigen Zeiten wahrnehmen, ist unabweisbar, obwohl auch Sie und Ihr Praxisteam zum Kreis der Gefährdeten gehören.

Die zahnärztlichen Körperschaften arbeiten mit Bundgesundheitsminister Spahn und den Ländern an einer Lösung, nach der die Versorgung von Patientinnen und Patienten, die sich mit SARS-CoV-2/COVID-19 infiziert haben und solche, die unter häuslicher Quarantäne stehen, über ein bundesweites Netz von Universitäts-Zahnkliniken, Kliniken mit einer Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie-Abteilung und Kliniken mit einem zahnmedizinischen Fachbereich sichergestellt wird.

Der Vorstand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zahnärztekammer und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt arbeiten daran, Sie nach Kräften zu unterstützen. Alle unsere Ressourcen sind darauf ausgerichtet, die Kolleginnen und Kollegen im ganzen Land zu unterstützen, Fragen zu beantworten und Unsicherheiten zu begegnen.

Wir danken Ihnen für Ihren unermüdlichen, verantwortungsvollen Einsatz und für Ihr Verständnis für das Engagement aller Beteiligten in dieser Zeit.

 

Corona-Hotline der KZV Sachsen-Anhalt

Für sämtliche Fragen steht Ihnen ab sofort eine Corona-Hotline (0391 6293-001) zur Verfügung. E-mail-Anfragen können an corona@kzv-lsa.de gerichtet werden. Sie erreichen uns zu unseren Geschäftszeiten am Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 16:00 Uhr und am Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr.

Tel. 0391 6293-001
E-Mail corona@kzv-lsa.de

Nachfolgend finden Sie alle Informationen, die im Praxisalltag wichtig sind.

Rundschreiben und Rundmails der KZV Sachsen-Anhalt
Empfehlungen zum Umgang mit Patienten

Um einer Weiterverbreitung des Virus entgegen zu wirken, sollten alle Patienten durch geeignete Maßnahmen (z.B. Homepage, Aushänge an und in der Praxis) informiert werden, dass sie sich bei Atemwegsinfektionen, die im Zusammenhang mit einem Aufenthalt in Risikogebieten oder Kontakt mit SARS-CoV-2-Infizierten stehen, zuerst telefonisch mit der Praxis in Verbindung setzen.

Es empfiehlt sich ebenso, die Patienten bereits vor dem Betreten der Praxis um ihre Mithilfe zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus zu bitten. Dafür können Sie folgendes Hinweisplakat nutzen:

Hinweisplakat für Patienten am Praxiseingang

Hinweisplakat für Patienten am Praxiseingang in Englisch

 

Umgang mit Patienten, bei denen ein Infektionsverdacht besteht

Neben den Standard-Hygienemaßnahmen empfehlen wir folgenden Umgang mit Patienten, die unter dem Verdacht einer Erkrankung mit Covid 19 stehen, weil

  • sie Kontakt zu Erkrankten hatten
  • aus einem Hochrisikogebiet zurückgekehrt sind oder
  • typische Symptome (Husten, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden und Luftnot, Müdigkeit, Appetitlosigkeit)

aufweisen:

Behandlungsoptionen (Infografik)

Die Behandlung von Patienten, die bereits Symptome einer akuten respiratorischen Erkrankung der unteren Atemwege (Husten, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden und Luftnot, Müdigkeit, Appetitlosigkeit) zeigen, sollte auf die Zeit nach Ende der Erkrankung verschoben werden, sofern es sich nicht um Notfälle handelt.

Diese Patienten sind zur Sicherung der Diagnose an den Hausarzt bzw. den kassenärztlichen Notdienst unter Tel. 116117 zu verweisen.

Risikomanagement bei Notfallbehandlungen

Bei Notfallbehandlungen beachten Sie bitte:

  • Räumliche oder organisatorische Trennung der an COVID 19 erkrankten Patienten von den Patienten der Normalsprechstunde
  • Persönliche Schutzausrüstung für das Personal (Schutzbrille mit Seitenschutz; Atemschutzmaske FFP2/FFP3; unsterile Handschuhe; langärmliger Schutzkittel; das Tragen einer Kopfhaube kann den Schutz erhöhen; für Reinigungsarbeiten Schutzhandschuhe nach DIN EN 374 mit längeren Stulpen)
  • Patienten nach Betreten der Praxis für die Wartezeit Mund-Nasen-Schutz aushändigen und zum Tragen anhalten.
  • Patienten anhalten, vor Verlassen des Sprechzimmers die Hände zu desinfizieren.
  • Schutzkleidung nach Beendigung der Behandlung kontaminationsfrei ablegen.

Hier finden Sie das vollständige Positionspapier der Bundeszahnärztekammer:

Positionspapier der Bundeszahnärztekammer

Empfehlung des IDZ zur Standardvorgehensweise für Zahnarztpraxen zur Behandlung von SARS-CoV-2-Patienten:

Standardvorgehensweise zur Behandlung von SARS-CoV-2-Patienten

Zahnmedizinische Behandlungszentren für Notfallbehandlungen in Vorbereitung

Die Notfallversorgung von infizierten und unter Quarantäne stehenden Patienten soll nach einem Vorschlag der KZBV über eigens benannte Kliniken als zahnmedizinische Behandlungszentren organisiert werden. Das BMG hat die Gesundheitsminister der Länder in einem Schreiben aufgefordert, diesem Vorschlag folgend anzuordnen, dass die genannten Kliniken als sogenannte Behandlungszentren die diesbezügliche Notfallversorgung übernehmen sollen. Auf Länderebene bemüht man sich derzeit, die Einrichtung schnellstmöglich abzuschließen. Sobald die Akutnotfallversorgung für die betreffenden Risikogruppen über die o.g. Kliniken beschritten werden kann, werden wir darüber informieren.

Optionen für den Umgang mit medizinischem Personal in Situationen mit relevantem Personalmangel im Rahmen der COVID-19 Pandemie

Die folgenden Handlungsoptionen sollen nur in Situationen zur Anwendung kommen, in denen ein relevanter Personalmangel (adäquate Versorgung der Patienten nicht gewährleistet) vorliegt und andere Maßnahmen zur Sicherstellung einer angemessenen Personalbesetzung ausgeschöpft sind.

 

Aktuelle RKI-Empfehlungen:

Optionen für den Umgang mit medizinischem Personal in Situationen mit relevantem Personalmangel im Rahmen der COVID-19 Pandemie

Behandlung vulnerabler Gruppen

Die aufsuchende Betreuung von vulnerablen Bevölkerungsgruppen speziell in der stationären Versorgungssituation ist auf Akut- und Notfallbehandlungen streng zu beschränken.

Im Rahmen einer aufsuchenden Behandlung sind die erforderlichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen unbedingt zu beachten.

Meldung an Zulassungsstelle bei Quarantäne oder notwendiger Praxisschließung

Sollten Sie aufgrund einer Quarantäne oder anderer Umstände Ihre Praxis vorübergehend schließen müssen, bitten wir Sie um eine kurzfristige, formlose Meldung an die Zulassungsstelle (0391 6293 272) der KZV.

Hinweis zur Beschaffung von Schutzmitteln

Bitte beachten Sie, dass die KZV Sachsen-Anhalt keine Desinfektionsmittel oder andere Schutzmittel für Zahnärzte beschaffen kann. Dies wird über den Krisenstab des BMG/BMI geregelt. Am 4. März hat die Bundesregierung die Ausfuhr von Schutzkleidung per Allgemeinverfügung eingeschränkt. Zusätzlich wurden finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, um Schutzkleidung aufzukaufen. Die Verteilung an stationäre und ambulante Gesundheitseinrichtungen soll mit den Verbänden einvernehmlich geklärt werden.

Ebenfalls am 4. März hat die Bundesregierung per Allgemeinverfügung die Herstellung von Desinfektionsmitteln ohne Zulassung nach Biozid-Verordnung erlaubt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit.

Weitere Informationsquellen
Plakate und Musterdokumente zum Download

Hinweisplakat für den Praxiseingang

Folgende PDF-Dokumente stehen Ihnen zum Download für Ihre Praxis zur Verfügung

Hinweisplakat für Patienten am Praxiseingang

Hinweisplakat für Patienten am Praxiseingang in Englisch

 

Berechtigungsschein zum Zwecke der Berufsausübung

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, wird derzeit auch über Ausgangssperren diskutiert. Bisher wollen die Behörden abwarten, wie sich die schon beschlossenen Einschränkungen etwa bei der Öffnung von Geschäften, Restaurants und Sportstätten auswirken. Für den Fall, dass die politischen Verantwortlichen eine Ausgangssperre aussprechen, werden die Praxismitarbeiterinnen und -mitarbeiter einen Berechtigungsschein zum Zwecke der Berufsausübung benötigen. Wir haben vorsorglich ein Muster für die Praxen erstellt.

Berechtigungsschein zum Zwecke der Berufsausübung für das zahnmedizinische Fachpersonal (PDF)

Berechtigungsschein zum Zwecke der Berufsausübung für das zahnmedizinische Fachpersonal (Word)

 

Bestätigung zur Notwendigkeit einer außerordentlichen Betreuung von Kindern der unentbehrlichen Schlüsselpersonen

In Sachsen-Anhalt sind Kindertagesstätten und Schulen von Montag, 16. März, bis einschließlich Ostermontag, 13. April, geschlossen. Eine Notbetreuung ist gesichert. Betreut werden ab 18. März Kinder bis zum 12. Lebensjahr, wenn beide Erziehungsberechtigten oder der Alleinerziehende zur Gruppe der unentbehrlichen Schlüsselpersonen gehören und sich eine Betreuung anders nicht organisieren lässt. Die Kinder werden in den Einrichtungen betreut, die sie auch sonst besuchen. Dass Betreuung notwendig ist, muss durch eine Bestätigung des jeweiligen Arbeitgebers bzw. Dienstvorgesetzten bzw. bei Selbständigen durch schriftliche Eigenauskunft nachgewiesen werden. Eine Vorlage dieser Betreuungsbestätigung steht Ihnen hier als Download zur Verfügung:

Betreuungsbestätigung

Informationen zu arbeitsrechtlichen Fragen

Wer auf Grund des Corona-Virus durch das Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt wird und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann mitunter eine Entschädigung beantragen.

Die BZÄK hat ein Informationsblatt zu arbeitsrechtlichen Themen zusammengestellt. Dieses steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung:

Informationsblatt der BZÄK zu arbeitsrechtlichen Themen

Praxisinformation der KBV - Zuständige Behörden bei Ansprüchen auf Entschädigung

Möglichkeiten zur Beantragung finanzieller Soforthilfe

Corona-Soforthilfe bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt

Die Covid 19-Pandemie hat insbesondere zu einer massiven Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz für Soloselbstständige, Angehörige freier Berufe und kleinere Unternehmen geführt. Mit dem Programm "Sachsen-Anhalt ZUKUNFT - Die Corona-Soforthilfe" unterstützen der Bund und das Land Sachsen-Anhalt bei der Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen. Die Finanzhilfe soll zur Existenzsicherung und zur Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit dienen.

Mehr unter:

Corona-Soforthilfe

Weitere Informationen

BZÄK-Information zur Behandlungspflicht von Erkrankten:

Ein Zahnarzt hat in Notfällen eine Pflicht zur Behandlung. Was gilt aber, wenn Hygieneanforderungen und Schutzmaßnahmen nicht mehr eingehalten werden können?

Link: Behandlungspflicht von Erkrankten

BZÄK-Information Quarantäne:

Muss die ganze Praxis nach dem Besuch eines Infizierten schließen? Das RKI empfiehlt eine 14-tägige Quarantäne nur für Kontaktpersonen der Kategorie I und bei erhöhtem Expositionsrisiko der Kategorie II.

Link: Infoseite Quarantäne

RKI Information: Masken mehrfach verwenden?

Mögliche Maßnahmen zum ressourcenschonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken.

Link: Ressourcenschonender Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken

 

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